Einleitung
Ein kleiner Schwertträger der, obwohl er in einigen Farbvarianten vorkommt, immer graue Weibchen hat. Dies gilt auch für
die "gelben" Populationen, die demnach nur gelbe Männchen beinhalten.
Aussehen
Die Vertreter dieser Art weisen eine
zickzackförmige, wohldefinierte braune oder manchmal rotbraune längsseitige Mittellinie auf den Körperseiten auf, sowie
zwei wohldefinierte Zickzacklinien in derselben Farbe oberhalb dieser Mittlinie. Die Flossen sind immer transparent.
bei guter Pflege läßt sich auch eine blaue Farbschattierung auf den Rückenflossen der Männchen erkennen. Die Körperseiten
erscheinen je nach Lichteinfall in metallischem Blau, insbesondere bei den Weibchen! Die Körperform ist länglich und
beinahe stromlinienförmig, weil der "Schwanzstiel" ziemlich dick und der Kopf klein und spitz ist.
Das "Schwert"
Die Pygmäenschwertträger werden normalerweise nur 3,5 beziehungsweise 4,5 cm (Weibchen) groß. Der kleine Schwertansatz
wird nur 1-2 mm lang und besteht öfters nur aus einer kleinen Ausbuchtung des transparenten und farblosen Schwanzes.
Die Körpergrundfarbe ist graubraun mit einer sehr hellen, beinahe weißen Bauchunterseite. Auf der Unterseite des
Hinterkörpers läuft eine dunkle Kontur, aber sie setzt sich im Gegensats zu die der grösseren Schwertträgerformen, nicht
in einem schwarzumrandeten Schwert fort. Eine Unterart, X. pymaeus nigrensis, hat ein Schwert mit variierender Länge,
bis zu 1/3 der Körperlänge.
[Anbei eine Erläuterung: Der Name Schwertträger bezieht sich nicht auf das Schwert, sondern auf das Gonopodium! Es war
beim Neuimport Ende des 19.Jahrhunderts eine kuriöse Sache mit lebendgebärenden Fischen, als man nur Makropoden,
Goldfische und ähnliches kannte.]
Verwechslungsgefahr
Eine noch unidentifizierte Art wird oft unter der Bezeichnung X. pygmaeus abgebildet. Diese hat eine dunkel marmorierte
Rückenpartie oberhalb der seitlichen Mittlinie. Sie haben eine etwa 5 mm grössere Endgrösse und die Weibchen tragen eine
grünliche, helle Farbzone direkt im Anschluss an die Mittlinie. Diese unbekannte Art kommt u.A. ab und zu auf
HobbyBörsen vor. Es gibt verschiedene mögliche Kandidaten betreffend der Artzugehörigkeit dieser Fische.
Gelbe Farbvariante
Der Pygmäenschwertträger kommt im Rio Axtla (Potosi), Mexico vor. Von dort stammt auch die Variante die als "Gelb"
oder "Golden" bezeichnet wird. Allerdings finde ich, diese sehen mehr apfelsinenfarben als gelb aus. Der Fisch
sieht irgendwie in dieser Farbe "eingeplastet" aus. Diese Farbform fand man zum ersten Male bei einer Expedition
1980. Ich persönlich deute die Gelbfärbung nicht als Variation, sondern eher als Anzeichen von Gesundheit und Zeichen
der männlichen Dominanz.
Habitat
Dieser Fluss ist ein besonders schnellfliessender Fluss, der aber nur 30-35 Meter breit ist (beim Observationszeitpunkt
1980). Der Bodengrund ist stark schlammig, mit einer dicken, grauen Mulmschicht, die nur von einigen Steinblöcken und
Geröll durchbrochen wird. Der südliche Strand fliesst durch eine grassbewachsene Wiesenlandschaft mit zahlreichen
Einbuchtungen, und der nördliche Strand besteht aus einer bergigen, steil herunterfallenden Zone, die mit viel
überhängendem Gebüsch und anderer Vegetation überwachsen ist. Wasserpflanzen werden äusserst selten in diesem Gebiet
vorgefunden. Das Wasser ist leicht undurchsichtig und die Temperatur betrug im Mai 22 Grad Celsius. Diese
Biotopbeschreibung stammt ursprünglich aus: Lebendgebärende Zierfische, Mergus Verlag, von Lothar Meyer u.A.
Beifische
Der Pygmäenschwertträger kommt in seinen Heimatgewässern zusammen mit X. variatus, X. cortezi, P. sphenops,
P. heterandria jonesi, Gambusia aurora und Flexipenis vittatus vor.
Wasserwerte
Für Schwertträger im Allgemeinen sowie für den Pygmäenschwertträger gilt: Man findet sie oftmals in ruhigen Zonen
innerhalb von schnellfließenden Gewässern. In den unterschiedlichen Schwertträgerbiotopen sind die folgenden
Wasserwerte nachgemessen worden (Extremwerte in Klammern): Temperatur 23-27 (32) Grad C, pH 7,2-8,1, KH 3-14,
GH 3-13 (25), Sauerstoffgehalt 16-22 mg/L sowie Nitrit 0 mg/L.
Mit der möglichen Ausnahme von Xiphophorus clemenciae kann man sämtliche Arten von Schwertträgern in verhältnissmässig
hartem Wasser halten.
Zucht: Fertilitätsprobleme
Der Pygmäenschwertträger ist kein einfach zu züchtender Fisch. Paarhaltung führt in der Regel nicht zu Nachwuchs. Es
ist oft so, dass die Weibchen der Aquarienpopulationen überhaupt keinen Nachwuchs bekommen. Eine Erklärung, die ich
dazu gehört habe, besagt, dass nicht genügend fortpflanzungsfähige Männchen zur Verfügung stehen. Man sollte diese Art
also in Stückzahlen von mindestens 4 bis 5 gesunden Männchen zusammen mit den Weibchen halten, von denen man sich Junge
wünscht. Dabei kommen die arttypischen Balz- und anderen Verhaltensweisen zum Vorschein. Ich persönlich glaube daran,
dass die Fertilitätsprobleme aufgrund zu hoher Hälterungstemperaturen aufkommen. Es kann auch sein, dass die Tiere einen
etwas höheren Sauerstoffbedarf haben als andere Fische – es handelt sich um einen flinken Schnellschwimmer.
Wurfgröße
Die Weibchen werfen höchstens 10 Junge gleichzeitig, diese sind jedoch bereits 6-7 mm lang. Vorausgesetzt, sie werden
bei Temperaturen von höchstens 23-24 Grad Celsius gehalten, können sie tatsächlich bis zu 15 Junge mit einem
Wurfintervall von 30 Tagen bekommen. Der erste Wurf eines meiner Weibchen kann typischerweise 4 oder 5 Junge sein.
Ich habe Zuchtratschläge gelesen, wonach man diese Art nur in Schwarmhaltung halten soll, um Nachwuchs zu erhalten.
Kreuzungsversuche mit anderen Arten sind meist fehlgeschlagen.
Futter und Aufzucht
Die Jungfische sowie die Erwachsenen sind sehr von Artemien oder anderem Kleinfutter abhängig, möglichst in lebender
Form, um sich richtig wohl zu fühlen. Abgesehen von der Grösse der Futterpartikel, sind die Tiere nicht sonderlich
zimperlich bei den Futtersorten. Sie nehmen auch nicht allzu großes Frostfutter an, aber die neugeschlüpften Artemien
sind notwendig, um die Jungfische gesund gedeihen zu lassen. Microwürmchen und die relativ neuen Artemia-basierten
Futtersorten vom Typ "Baby-Star" können versucht werden.
Die Jungtiere schaffen es ohne Probleme, sich vor
den hungrigen Mäulern der Eltern zu hüten. Einige Versteckmöglichkeiten, z.B. in der Form von Javamoos reichen völlig
aus. Die Männchen sind sowieso meistenteils damit beschäftigt, intensiv und erstaunlich schnellschwimmend, ihren
Weibchen nachzujagen! Deshalb scheint es mir auch günstig, mit einer Überzahl von Weibchen zu arbeiten, denn sie werden
bei Entdeckung sofort angemacht! Sie können sich bei einer Überzahl einander ein wenig entlasten.
Niedrige Temperaturen bevorzugt
Die Art bedarf vieler und regelmäßiger Wasserwechsel und gedeiht am besten bei Temperaturen, die höchstens 23 Grad
Celsius betragen dürfen. Bei mir halte ich sie seit Jahren ohne Regelheizer. Man kann sie sehr wohl in etwas wärmerem
Wasser halten, aber das ist auf längere Sicht nicht optimal. Die von der Art bevorzugte Temperaturspanne liegt bei
18 bis 24 Grad Celsius. Der Filter sollte regelmäßig überprüft und unbedingt im optimalen Zustand gehalten werden.
Kein Fisch für Minibecken
Ein sogenannter Billifilter (eine Art kleiner Schwammfilter mit Luftantrieb) eignet sich weniger gut, diese erzeugen
allzu wenig Wasserbewegung in dem Becken. Es ist ein agiler und schwimmfreudiger Fisch der, trotz seiner geringen
Grösse, nicht in allzu kleinen Becken gehalten werden sollte. Diese Art in einem 12-Liter-Becken zu halten ist
verleitend, aber davon ist grundsätzlich abzuraten, zumal sich in diesen Becken kaum genügend Schwimmlängen anbieten.
Es ist auch keine für Hobbyanfänger richtig passende Art.