Synonyme
T. albonubes (heute sind beide eigenständige Arten), und auch fehlbuchstabiert als T. micragemmae.
Verbreitung
Zentrale Teile Vietnams: Quang Binh-Provinz.
Allgemeine Beschreibung
Dieser Fisch ist eine ziemlich neu entdeckte, kleinwüchsige Form des Kardinalfisches. Die Art wurde neulich von
Freyhof & Herder 2001 beschrieben, aber da sie so
leicht zu vermehren ist, hat sie schnell Verbreitung unter den Hobbyzüchtern gefunden. Kleinwüchsiger
Schwarmfisch, etwa um die Hälfte so groß wie der normale Kardinalfisch, und diesem sehr ähnlich. Die Unterschiede
sind wie folgt: er ist um die Hälfte kleiner, die untere Körperhälfte ist heller gefärbt und die mittigen
Längsstreifen sitzen wirklich in der Mitte, wobei sie beim grossen Kardinalfisch etwas in der Höhe versetzt sitzen.
Er ist ein recht freundlicher Fisch, der sorglos ständig im Becken umherschwimmt, oder auch nachmittags oder abends
eine kleine Gruppen-Ruhepause einnimmt. In der Haltung unproblematisch, da keine ähnlich grossen oder etwas
kleineren Mitbewohner belästigt werden. Ideal mit kleineren Panzerwelsen und Zwerggarnelen zu vergesellschaften.
Oder auch mit etwas grösseren, freundlichen Lebendgebärenden (z.B. kleinwüchsigen Halbschnäblern) oder nicht allzu
gefrässigen Salmlern (z.B. kleineren Beilbauchsalmlern), die den niedrigeren Temperaturansprüchen entsprechend
gehalten werden können. Bärblinge scheinen mir zu unruhig zur Vergesellschaftung. Ancistrus', auch wenn sie schon
grösser sind, stellen keine Gefahr dar, ausser bei Zuchtversuchen natürlich.
An die Beckeneinrichtung werden keine Ansprüche gestellt, aber in ihrer Heimat sind sie schnell fliessende Gewässer
mit sandigen Böden gewohnt. Ich halte sie in nicht zu hellen Becken, mit indischem Kies als Bodenbedeckung. Dieser
ist weniger gelb und etwas dunkler als der englische, und gibt auch keinen Kalk an das Wasser ab, was beim
englischen manchmal der Fall ist. Das Wasser darf neutral oder etwas angesäuert sein, die Fische gedeihen in
weichem Wasser, aber können in bis 19°dH gehalten werden. Meine Exemplare sind mittlerweile drei Jahre alt,
ich kann also noch nicht sagen, wie alt sie überhaupt werden können. Aber viel älter wird es wohl nicht sein.
Als Einrichtung habe ich einige Mahagoniwurzeln ("Mangrove") und eine Menge verschiedener Pflanzen, zu
einem Dickicht, u.A. Javamoos und Najasbüschel, verwachsen. So ist ständig der Zustand, denn ich kann gar nicht
nachhalten bevor alles wieder zuwächst. Auf der Wasseroberfläche wachsen Salvinia. Es geht bestimmt auch ohne
diesen &qout;Blickschutz", denn im Freiland im Gartenteich gedeihen sie wunderbar. Ein Jahr gab es dort eine
förmliche Massenvermehrung, und ich wusste gar nicht, wohin mit all den Tieren.
Größe
Im Durchschnitt 2,5 cm oder ungefähr die Hälfte der Größe des normalwüchsigen Kardinalfisches.
Geschlechtsmerkmale
Ungefähr so wie für den normalen Kardinalfisch: das Männchen schmaler und kleiner, etwas farbenfroher und mit
etwas stärkerer Beflossung ausgerüstet. Die Weibchen rundbäuchig.
Zucht
Nicht schwierig. Für eine erfolgreiche Zucht empfiehlt es sich, eines oder mehrere Zuchtpaare (die Anzahl Weibchen
verdoppeln) für einige Tage oder eine Woche in ein dicht bewachsenen Aquarium zu setzen. Nach dem Laichen werden
die Eltrentiere entfernt, denn sie sind Laichfresser. Die Jungtiere müssen aber nicht für sich gehalten werden, denn
sie werden nicht von den Eltern behelligt. Wenn man möchte, kann man sie in einen Behälter für sich während einiger
Wochen halten, und erst danach zu den Eltern zurücksetzen. Wenn man Jungtiere aus mehreren Laichvorgämngen
gleichzeitig aufzieht, muss man allerdings sehr wachsam sein, denn die älteren Jungtiere fressen gerne ihre
jüngeren Geschwister auf!
Die Jungtiere können problemlos mit zerkrümeltem Trockenfutter aufgezogen werden, aber eine mehr abwechslungsreiche
Kost ist vorzuziehen. Keine weißen Mückenlarven geben, wo es Babys gibt! Es sind Raubtiere! Und bei Freilandhaltung
müssen auch die Libellenlarven entfernt werden …
Fütterung
Kleines Lebendfutter wie z.B. Artemiennauplien, Mikrowürmer, Wasserflöhe (Moina, Cyclops u.s.w.), Grindalwürmer,
Mückenlarven (Vorsicht bei Jungfischen mit der Fütterung von weißen Mückenlarven!) Essigmikros oder auch kleinere
Enchyträen. Aufgeweichtes Flockenfutter vom Mischkosttyp, Futtertabletten vom Mischkosttyp, sehr kleine sinkende
Granulatfuttertypen, Frostfutter von allen kleineren Sorten (Bosminen, Cyclops, gehackte Artemien oder rote
Mückenlarven u.v.m.).
Temperaturansprüche
Ungeheizte Becken (bei Zimmertemperatur mit der Beleuchtung als einzige Wärmequelle) genügt, ansonsten maximale
Temperatur 23°C, 18-22 °C sind optimal. Man kann sie im Gartenteich halten, wo sie sich auch gut vermehren
können. Teichhaltung ist in Mittelschweden bis Einbruch des Nachtfrosts möglich. Sie entwickeln sich dort zu
prächtigen Tieren.
Aquariengröße
Mindestens 60cm Länge, es sind schwimmfreudige Tiere, und mindestens 45 Liter für optimale Schwarmhaltung.